Warum musste ich ausgerechnet diese Gene erben? Die Frage hat sich, glaube ich jeder schon mal gestellt.
Manchmal fühlen wir uns gestraft mit den Dingen, die uns passieren oder Eigenschaften, die wir haben. Man ist vielleicht nicht so elegant, grazil gebaut oder muskulös wie man gerne wäre oder man neigt dazu manchmal etwas ungeschickt zu sein. Die Nase ist zu groß, der Allerwerteste zu lang oder die Beine zu kurz. Da guckt man dann gerne mal in die Ahnengalerie und - siehe da - Urgroßtante Irmi ist die Übeltäterin!
Genau so geht das mit Erkrankungen. Opa hatte schon Bluthochdruck und schlechte Augen, daher ist die Genetik schuld, wenn auch wir diese Diagnosen bekommen.
Natürlich gibt es viele Dinge, die genetisch bedingt sind und manchmal kann es einen schon aufregen, aber eins dürfen wir auf gar keinen Fall tun - es als Ausrede zum Nichtstun nutzen.
Es gibt schwere Krankheiten, die genetisch vererbbar sind und es ist schrecklich, wenn dies der Fall ist, aber es gibt auch so etwas wie Veranlagung zu, oder Prädisposition im Fachjargon. Das bedeutet die Möglichkeit besteht, dass eine Erkrankung stattfindet, es muss aber nicht passieren. Dies gilt zum Beispiel für Diabetes 2 und Bluthochdruck.
Oder auch Übergewicht.
Und hier sind wir bei den Ausreden angekommen. "Ich stamme von einer ganz langen Ahnenreihe von dicken Diabetikern ab. Da kann man nichts machen, das kommt!"
Diesen Satz habe ich vor kurzem von einer Patientin gehört. Sie wollte ihren Arztbrief erklärt bekommen und da standen ein paar Dinge drin, die Sie so gar nicht hören wollte.
Da war von Adipositas (Übergewicht) und Hypertonie (Bluthochdruck) die Rede, von beginnender Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und mangelnder Compliance (Mitarbeit) was Medikamenteneinnahme betraf.
Man empfahl ihr regelmäßige Bewegung, medikamentöse Behandlung und Gewichtsreduktion. Sie war aber eher der Meinung, dass ihr Schicksal besiegelt sei.
Wegen der "Vererbung".
Aber hier musste ich Sie enttäuschen. Ja, die Gene sind - wahrscheinlich - da, aber kommen muss es nicht. Wir wissen heute so viel mehr über die Zusammenhänge von Gesundheit und Verhalten als noch vor 20 Jahren, dass wir, egal was wir für Gene tragen, viele Erkrankungen verhindern, verlangsamen oder gut behandeln können. Wir wissen zum Beispiel, dass regelmäßige Bewegung hilft Gefäßverkalkung in der Entstehung zu verringern.
Gewichtskontrolle kann den Ausbruch von Diabetes verhindern und sogar einen bestehenden Diabetes verbessern. Regelmäßige Einnahme von verschriebenen Medikamenten begünstigt die Heilung oder den Krankheitsverlauf enorm!
Oft sind es ganz einfache Dinge, die helfen können unsere Gesundheit zu verbessern oder zu erhalten. Man muss sie nur wissen und umsetzen. Und sich nicht darauf ausruhen, dass Urgroßtante Irmi schuld ist!
Gerne können Sie sich von uns die Zusammenhänge erklären lassen oder sich Tipps holen, was Sie für sich tun können.
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Wir freuen uns auf Sie!

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