Eine der am häufigsten gestellten Diagnosen in Hausarztpraxis ist der Bluthochdruck. Leider ist es auch eine der gefährlichsten, da sie unbehandelt großen Schaden anrichtet.
Allerdings gibt es hier auch einige Fallstricke in der Feststellung und daher braucht niemand sofort in Panik ausbrechen, wenn die Messungen in der Praxis mal höher sind.
Unser Blutdruck ist ein sehr sensibles Geschöpf. Er ist ja dafür da uns leistungsfähig zu machen und bei Anstrengung oder in Gefahrensituationen etwas mehr Dampf auf den Kessel zu geben.
Und genau da beginnt das Problem.
In früheren Zeiten, wenn wir in Gefahr geraten sind, sind wir gerannt oder haben gekämpft.
Heute sitzen wir auf einem Stuhl oder hinter dem Steuer und bewegen uns kaum. Das heißt, der Körper kann den hohen Blutdruck nicht verarbeiten. Je öfter wir aber die Blutdruckspitze aussitzen, umso mehr gewöhnt sich das System daran, die Gefäße leiern aus, es bilden sich Falten und Risse in der Oberfläche der Gefäße und Ablagerungen bilden sich. Und irgendwann ist dann ein Gefäß zu oder reißt und dann haben wir den Salat.
Nun kann man ja schlecht aus dem Zahnarztstuhl oder aus der Konferenz mit dem Chef flüchten und mal eben um den Block rennen, aber besser wäre es schon.
Das Gute ist, das Blutdrucksystem verzeiht uns Sünden bis zu einem bestimmten Punkt. Wir müssen es nur pflegen. Regelmäßige ausgleichende Maßnahmen, wie zügige Spaziergänge oder sportliche Betätigungen, helfen uns die negativen Einflüsse unseres Alltags zu bekämpfen.
Und auch die Treppe zu nehmen statt dem Aufzug hilft.
Hat man schon Probleme, ist es auch wichtig regelmäßig und richtig Blutdruck zu messen.
Also nicht mit dem Wecker aus dem Bett, Kinder wecken, Hund raus, Katze rein, Kaffee machen, Zeitung überfliegen, hinsetzen und messen. Da werden die Meisten hohe Werte haben.
Setzen Sie sich hin, legen Sie ihre Manschette an und denken Sie 10 Minuten darüber nach was Sie im letzten Urlaub alles Schönes erlebt haben. Dann messen Sie 3 Mal im Abstand von ca 2 Minuten und nehmen den Mittelwert. Und die erste Messung ist immer die höchste. Ich nenne Sie die " oh Gott, wie wird er wohl sein" Messung, ;-)
Und letztendlich ausschlaggebend sind nur die 24 Stunden Messungen mit einem Gerät vom Arzt. Auch wenn das lästig ist, kann man nur so sagen wie der Blutdruck wirklich ist und was man dagegen tun muss.
Wenn Sie Fragen haben oder Tipps brauchen zu Ihrer Diagnose, beraten wir Sie gerne.
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